Wer sich mit Schwingungsisolierung im Maschinenbau oder in der Gebäudetechnik beschäftigt, stößt früher oder später auf drei sehr ähnlich klingende Namen: Sylomer®, Sylodyn® und Sylodamp®. Alle drei sind PUR-Elastomere aus derselben Werkstofffamilie, alle drei werden zur Schwingungsisolierung eingesetzt. Und genau das führt in der Praxis häufig zu Verwechslungen. Dabei unterscheiden sich die drei Materialien in einem wesentlichen Punkt deutlich voneinander: ihrem Verhältnis von Federung zu Dämpfung. Wer das einmal verstanden hat, trifft die richtige Wahl fast von selbst.
Was die drei Werkstoffe gemeinsam haben
Sylomer®, Sylodyn® und Sylodamp® sind allesamt Polyurethan-Elastomere, die als druckbelastete Feder eingesetzt werden. Sie nehmen mechanische Schwingungen auf und wandeln einen Teil dieser Energie in Wärme um, bevor sie sich als Körperschall in Gebäudestrukturen oder Maschinengestelle ausbreiten kann. Alle drei Werkstoffe sind chemikalien- und mineralölbeständig, langzeitstabil und stehen in mehreren abgestuften Typen zur Verfügung, sodass sich die Federkennlinie gezielt an die jeweilige Last anpassen lässt.
Der Unterschied liegt in der Porenstruktur und damit im mechanischen Verhalten. Hier lohnt sich der genauere Blick.
Sylomer®: der Klassiker für die klassische Schwingungsisolierung
Sylomer® ist ein gemischtzelliges Polyurethan-Elastomer und seit mehr als 40 Jahren der Ausgangspunkt dieser Werkstofffamilie. Die gemischtzellige Struktur – eine Kombination aus offenen und geschlossenen Poren – sorgt für ein besonders elastisches, gut federndes Verhalten bei gleichzeitig solider Dämpfung.
Damit eignet sich Sylomer® vor allem dort, wo klassische Schwingungsisolierung gefragt ist: bei der elastischen Lagerung von Maschinen, bei Kompressoren, Lüftungsanlagen oder generell überall dort, wo Vibrationen erst gar nicht in Fundamente und Wände wandern sollen. Auch im Aufzugsbau und bei der Körperschalldämmung lauter Maschinenaggregate ist Sylomer® eine bewährte Standardlösung.
Sylodyn®: mehr Dynamik für anspruchsvolle Anwendungen
Sylodyn® ist die konsequente Weiterentwicklung von Sylomer®, mit einem entscheidenden konstruktiven Unterschied: Die Porenstruktur ist geschlossenzellig statt gemischtzellig. Das Ergebnis ist ein Werkstoff mit höherer dynamischer Steifigkeit und deutlich ausgeprägteren dynamischen Eigenschaften, der zugleich kein Wasser aufnimmt.
Diese Eigenschaften machen Sylodyn® zur ersten Wahl überall dort, wo besonders hohe dynamische Belastungen präzise isoliert werden müssen, etwa im Nah- und Fernverkehr der Bahn, bei Hochgeschwindigkeitsstrecken oder bei technisch besonders anspruchsvollen Lagerungen von Gebäuden. Auch für die Isolierung von Trittschall in Fußböden und Treppen sowie die Schallisolierung zwischen Wänden, Decken und Fußböden wird Sylodyn® regelmäßig eingesetzt. Die Wasserunempfindlichkeit ist dabei ein praktischer Zusatznutzen, etwa bei der Lagerung von Gebäudefundamenten im erdberührten Bereich.
Sylodamp®: wenn es um Stöße statt um Dauerschwingungen geht
Sylodamp® verfolgt einen anderen Ansatz als seine beiden Geschwister. Statt auf eine möglichst reine Federwirkung ist dieser Werkstoff gezielt auf hohe Materialdämpfung optimiert. Genau das macht ihn zur richtigen Wahl, wenn nicht eine kontinuierliche Schwingung, sondern eine plötzliche, stoßartige Belastung abgefangen werden muss, etwa beim Hoch- oder Abfahren einer Maschine, bei impulsartigen Lastwechseln oder bei starken Resonanzerscheinungen.
Während Sylomer® und Sylodyn® also das klassische Kerngeschäft der Schwingungsisolierung abdecken, kommt Sylodamp® dort ins Spiel, wo zusätzlich zur dauerhaften Elastizität eine spürbar höhere Materialdämpfung gefragt ist, etwa beim Schutz von Maschinen, Gebäudestrukturen, technischen Geräten oder sogar von Personen vor Stoßbelastungen.
Die drei Werkstoffe im direkten Vergleich
| Werkstoff | Porenstruktur | Stärke | Typischer Einsatz |
| Sylomer® | gemischtzellig | ausgewogenes Feder-Dämpfer-Verhalten | Maschinenlagerung, Kompressoren, Aufzüge |
| Sylodyn® | geschlossenzellig | hohe dynamische Steifigkeit, wasserunempfindlich | Bahnverkehr, Trittschall, Gebäudelagerung |
| Sylodamp® | speziell auf Dämpfung optimiert | hohe Materialdämpfung | Stoßbelastung, Anlauf-/Bremsvorgänge |
Welcher Werkstoff passt zu Ihrer Anwendung?
Als grobe Faustregel gilt: Sylomer® ist die richtige Wahl, wenn Sie eine klassische, ausgewogene Schwingungsisolierung benötigen und noch keine speziellen Anforderungen an Dynamik oder Stoßfestigkeit vorliegen. Sylodyn® empfiehlt sich, sobald hohe dynamische Belastungen und Wasserunempfindlichkeit gefragt sind, wie bei bahntechnischen Anwendungen oder anspruchsvollen Gebäudelagerungen. Und Sylodamp® ist immer dann die richtige Entscheidung, wenn nicht die Dauerschwingung, sondern der plötzliche Stoß im Vordergrund steht.
In der Praxis lässt sich die endgültige Auswahl aber selten pauschal treffen, da Belastung, Frequenzbereich und Bauraum jeweils individuell zusammenspielen. Bei der RRG Industrietechnik GmbH führen wir alle drei Werkstoffe in mehreren abgestuften Typen und beraten Sie gerne dazu, welche Type für Ihre konkrete Anwendung die beste Wahl ist. Unser Ingenieur-Support unterstützt Sie dabei, aus Belastung, Eigenfrequenz und Einbausituation die passende Lösung abzuleiten.
Weiterführende Informationen und alle verfügbaren Typen finden Sie in unserem Bereich Sylomer® / Sylodyn® / Sylodamp®.