Zahnriemen für die Fördertechnik: vom Standardriemen bis zur Sonderlösung

Zahnriemen für die Fördertechnik im RRG-Portfolio – vom Baukastensystem bis zur Speziallösung
25. August 2026

Ob Werkstückträger, Kartons, Lebensmittel oder Glasscheiben – kaum eine Fördertechnik-Aufgabe gleicht der anderen. Entsprechend groß ist die Bandbreite an Zahnriemen-Lösungen, die für den Transport infrage kommen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Optionen aus dem RRG-Portfolio: vom flexiblen Baukastensystem bis zur Speziallösung für sensible Güter.

Das Baukastenprinzip: AT/AP-Zahnriemen

Wenn eine Förderanlage regelmäßig auf unterschiedliche Produktgrößen umgerüstet werden muss, lohnt sich der Blick auf den Zahnriemen AT/AP. Das System besteht aus einem Zahnriemen mit passenden Einlegeschienen, auf denen individuell gefertigte Profile montiert werden. Der entscheidende Vorteil: Profile lassen sich wechseln, ohne den Riemen auszubauen. Das spart Rüstzeit bei jedem Produktwechsel und senkt die Ersatzteilkosten, da der Grundriemen bei einem Profilwechsel weiterverwendet werden kann.

Erhältlich in den Standardtypen H, AT10 und AT20, mit Einlegeschienen aus Metall oder Kunststoff: ein System, das sich besonders für Verpackungslinien mit wechselndem Sortiment und für individuell konfigurierte Anlagen im Sondermaschinenbau eignet.

Individuelle Veredelung: Beschichtungen und Nocken

Nicht jedes Fördergut verträgt den direkten Kontakt mit einem unbehandelten Riemen. Die RRG Industrietechnik GmbH bietet deshalb einen umfangreichen Zahnriemenveredelungs-Service an: Beschichtungen und Nocken werden passgenau auf das jeweilige Transportgut abgestimmt. Weiche Beschichtungen schützen empfindliche Oberflächen, harte Beschichtungen halten scharfkantigen oder schweren Teilen stand. Über 150 verschiedene Nockenformen stehen zur Auswahl und lassen sich innerhalb weniger Tage – bei kleinen Stückzahlen sogar innerhalb von 24 Stunden – auf den Riemen aufschweißen.

Dieser Service lohnt sich besonders dann, wenn Standardriemen an ihre Grenzen stoßen: etwa beim Transport von Blechen in der Stahlindustrie oder bei individuellen Fördergütern im Sondermaschinenbau, die eine ganz bestimmte Mitnahmeform benötigen.

Meterware und Sonderlängen: MEGAlinear und MEGAflex

Für Anwendungen, die von der Stange nicht zu lösen sind, bieten sich die Meterware-Zahnriemen MEGAlinear und MEGAflex an. MEGAlinear wird als endliche Rollenware (Standardlängen 50 oder 100 m) oder als endlos verschweißter Riemen in beliebiger Länge geliefert: ideal für Werkzeugmaschinen-Achsen und individuell verschweißte Förderstrecken. MEGAflex geht noch einen Schritt weiter: Der Riemen wird endlos mit spiralförmig gespulten Zugträgern gefertigt, ist für Riemengeschwindigkeiten bis 10.000 min⁻¹ ausgelegt und in Längen bis 22.700 mm lieferbar – ein Kandidat für lange, durchgehende Förderstrecken in der Intralogistik oder für schnelllaufende Sondermaschinen.

Beide Varianten sind zusätzlich mit alternativen Zugträgern (z. B. Kevlar oder Edelstahl) sowie optionaler PUR-Rückenbeschichtung erhältlich, die den Riemen beim Transport scharfkantiger oder schwerer Teile schützt.

Spezialfall Lebensmittel: MEGAPOWER & MEGALINEAR FC

Wo Lebensmittel direkt oder indirekt mit dem Riemen in Kontakt kommen, gelten besondere Anforderungen. MEGAPOWER FC und MEGALINEAR FC sind aus Materialien gefertigt, die den EU-Bestimmungen für Lebensmittelkontakt (EU 1935/2004, EU 10/2011, EU 174/2015) entsprechen. Die Riemen sind beständig gegen die meisten Reinigungschemikalien, funktionieren zuverlässig auch in feuchter oder fettiger Umgebung und decken einen Betriebstemperaturbereich von -25 °C bis +80 °C ab.

Im Einsatz sind diese Riemen unter anderem bei Backwaren, Tiefkühlkost, der Wurstherstellung, beim Schneiden von Brot und Käse sowie in der Fleisch-, Geflügel- und Fischverarbeitung – überall dort, wo Hygieneanforderungen und Antriebstechnik zusammenkommen müssen.

Spezialfall Glas: der abdruckfreie Transport

Ein anderes Sonderproblem stellt sich in der Glasverarbeitung: Beim Transport von Flachglas über Bandoberflächen entstehen häufig Abdrücke, die selbst auf der fertigen Scheibe noch sichtbar sind. Der Zahnriemen für Glastransport T10 NFT RBBD löst dieses Problem mit einer speziell entwickelten, rückseitig längsgerillten PU-Beschichtung. Das Ergebnis: ein sicherer, präzise positionierter und zugleich abdruckfreier Transport: relevant für Zuschnitt-, Wasch- und Veredelungslinien in der Glasindustrie ebenso wie für die Fahrzeugglas-Fertigung.

Vollautomatisierte Verpackung: FFS-Zahnriemen

In der Verpackungsindustrie werden Kleinstteile und -materialien häufig in einem einzigen Arbeitsschritt in Beutel geformt, gefüllt und versiegelt: dem sogenannten FFS-Verfahren (Form – Füllen – verSiegeln). Die dafür eingesetzten FFS-Zahnriemen werden komplett endlos gefertigt, ganz ohne Klebestellen oder Nähte. Das sorgt für eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit und Flexibilität – das ist wichtig, weil minderwertige Riemen an diesen Maschinen schnell zu Ausfallzeiten führen. Zum Einsatz kommen FFS-Riemen bei einer großen Bandbreite an Gütern: von Pulver und Kleinstteilen wie Schrauben oder Kugeln bis hin zu Lebensmitteln wie Nüssen oder Süßwaren.

Wie finden Sie die passende Lösung?

Die Wahl des richtigen Zahnriemens für eine Förderaufgabe hängt von mehreren Faktoren ab: dem Fördergut selbst (Gewicht, Oberfläche, Empfindlichkeit), der geforderten Taktrate, der Umgebung (Temperatur, Chemikalien, Hygieneanforderungen) und nicht zuletzt der Häufigkeit von Produktwechseln in der Anlage. Häufig ist auch eine Kombination mehrerer Lösungen sinnvoll, etwa ein AT/AP-Baukastensystem mit individuell aufgeschweißten Nocken.

Wenn Sie unsicher sind, welche Zahnriemen-Lösung für Ihre konkrete Förderaufgabe die wirtschaftlichste ist, unterstützt Sie unser Ingenieur-Support gerne bei der Auswahl und Auslegung.

Die RRG hat am 09.05 & 10.05.2024 geschlossen.

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