Isotop® Isolatoren im Vergleich: Welcher Typ passt zu Ihrer Anwendung?

Vergleich der Isotop Isolatoren-Typen SD, MSN, Compact und DZE zur Schwingungsisolierung
28. August 2026

Ein Kompressor auf dem Dach, ein Blockheizkraftwerk im Keller, ein empfindliches Messgerät im Labor – so unterschiedlich diese drei Szenarien klingen, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die Schwingungsisolierung. Unter der Marke Isotop® bietet die RRG dafür eine ganze Familie an Federisolatoren an: von der klassischen Stahlfeder bis zum abreißsicheren Druck-Zug-Element. Wer zum ersten Mal auf diese Produktpalette stößt, steht schnell vor der Frage: SD, MSN, Compact oder DZE – welcher Isotop®-Typ ist eigentlich der richtige?

Was alle Isotop®-Varianten gemeinsam haben

Die Isolierwirkung sämtlicher Isotop®®-Produkte basiert auf denselben zwei Bausteinen: den PUR-Werkstoffen Sylomer®, Sylodyn® und Sylodamp® sowie, je nach Variante, zusätzlichen Stahlfeder- oder Vollmetall-Komponenten. Diese Kombination aus Elastomer und Metall erlaubt eine sehr präzise Abstimmung auf die jeweilige Eigenfrequenz der Anwendung, meist im tieffrequenten Bereich unterhalb von 8 Hz.

Der entscheidende Unterschied zwischen den einzelnen Typen liegt jedoch nicht im Grundprinzip, sondern in Bauform, Lastbereich und der Frage, ob zusätzlich zur reinen Federwirkung auch eine gezielte Dämpfung oder eine Zugbelastbarkeit gefragt ist.

Isotop® SD und SD-BL: die klassische Lösung für Quellenisolation

Der Isotop® SD bildet gewissermaßen die Basis der Produktfamilie: ein Stahlfederisolator mit einer Eigenfrequenz von rund 3,2 Hz, ausgelegt für einen Belastungsbereich von 120 bis 5.300 N pro Element. Er kommt vor allem zur Quellenisolation von Ventilatoren, Gebläsen, Klimageräten, Kompressoren und Pumpen zum Einsatz, lässt sich aber ebenso zur Empfängerisolation empfindlicher Messgeräte und Waagen nutzen.

Reicht die Tragfähigkeit eines einzelnen SD-Elements nicht aus, kommt der Isotop® SD-BL ins Spiel: ein Blockelement, das je nach Last mehrere SD-Federelemente kombiniert und dabei stets dieselbe Bauhöhe beibehält. Das ist vor allem dann praktisch, wenn unterschiedlich schwere Maschinenteile auf einheitlichem Niveau gelagert werden sollen.

Isotop® MSN, MSN-BL und MSN-DAMP: kompakt für kleinere Aggregate

Wo der SD auf zwei Federteller mit M10-Gewinde setzt, ist der Isotop® MSN die kompaktere Ganzmetall-Variante mit M8-Gewinde und einer Eigenfrequenz bis 3,5 Hz. Er eignet sich besonders für kleinere Aggregate wie Kompressoren, Kompaktventilatoren, kleinere Gebläse, Pumpen, Notstromaggregate, aber auch für Lautsprecher im Audiobereich, wo unerwünschte Vibrationen die Klangqualität beeinträchtigen würden.

Auch hier gibt es eine Blockvariante für höhere Lasten, den Isotop® MSN-BL, sowie mit dem Isotop® MSN-DAMP eine Variante ganz ohne Stahlfeder: ein reiner PUR-Dämpfungskörper zwischen zwei Metallkappen mit einer deutlich höheren Eigenfrequenz von rund 11 Hz, gedacht für sehr kompakte, leichte Bauteile wie Kleinkompressoren, Kompaktventilatoren oder Kleinwärmepumpen.

Isotop® DSD und DMSN: wenn zusätzlich gedämpft werden muss

Sowohl die SD- als auch die MSN-Baureihe gibt es in einer Variante mit integriertem Dämpfer: Isotop® DSD und Isotop® DMSN kombinieren die klassische Stahlfeder mit einem zusätzlichen Dämpfungskörper aus Sylodamp®, der exakt auf die jeweilige Federkennlinie abgestimmt ist. Während die Standardvarianten primär auf Dauerschwingungen ausgelegt sind, zeigen DSD und DMSN ihre Stärke bei stoßartig arbeitenden Maschinen oder Maschinen mit häufig wechselnden Arbeitszuständen, bei denen neben der Isolierung auch eine spürbare Stoßabsorption gefragt ist.

Isotop® Compact: flexibel in alle Raumrichtungen

Der Isotop® Compact verzichtet komplett auf eine Stahlfeder und setzt stattdessen auf einen reinen PUR-Kern aus Sylomer®, Sylodyn® oder Sylodamp® zwischen zwei Metallkappen. Genau diese freie Werkstoffwahl macht ihn besonders vielseitig: Je nach gewähltem Kernmaterial lässt er sich präzise auf unterschiedliche Lastbereiche abstimmen, von 2 kg bis zu 5,5 Tonnen pro Element.

Ein weiterer Vorteil gegenüber reinen Stahlfeder-Lösungen: Der Isotop® Compact wirkt in allen Raumrichtungen und nimmt auch horizontale Kräfte auf. Damit eignet er sich überall dort, wo klassische Gummi-Metall-Dämpfer an ihre Grenzen stoßen, etwa bei Maschinen mit ausgeprägten seitlichen Krafteinwirkungen.

Isotop® DZE: abreißsicher für Aufdach- und Außenanwendungen

Für besonders anspruchsvolle Einsatzfälle steht der Isotop® DZE bereit: ein mehrteiliges Druck-Zug-Element aus Edelstahl, das Sylodyn® und Sylodamp® kombiniert und dadurch sowohl auf Druck als auch auf Zug belastbar ist. Die durchgehende Achse aus Edelstahlrohr mit angeschweißter Grundplatte verhindert ein Abreißen selbst bei starken horizontalen Kräften oder Windlasten – ein entscheidender Vorteil bei Aufdach-Installationen, etwa für BHKWs, Kühltürme oder Notstromaggregate.

Der DZE ist in drei Lastvarianten erhältlich: DZE Mini (bis 260 kg), DZE (bis 1.000 kg) und das Blockelement DZE-BL (bis 4.000 kg). Speziell für den Bahnverkehr gibt es zudem die Variante Isotop® DZE Railway, die in Schienenfahrzeugen verhindert, dass Vibrationen dachmontierter Klimaanlagen in den Fahrgastraum übertragen werden.

Die Isotop®-Familie im Überblick

TypBauformEigenfrequenzBesonderheitTypische Anwendung
SD / SD-BLStahlfederca. 3,2 HzStandardlösung, skalierbar über BL-BlöckeVentilatoren, Kompressoren, Pumpen
MSN / MSN-BLGanzmetall, kompaktbis 3,5 Hzkleinere Bauform (M8)kompakte Aggregate, Audiotechnik
MSN-DAMPPUR-Dämpfer, Metallkappenca. 11 Hzsehr kompakt, ohne StahlfederKleinkompressoren, Kleinwärmepumpen
DSD / DMSNStahlfeder + Sylodamp®-Dämpferwie SD/MSNzusätzliche Stoßdämpfungstoßartig arbeitende Maschinen
CompactPUR-Kern, frei wählbarab ca. 3 Hzwirkt in alle Raumrichtungenbreiter Lastbereich, Horizontalkräfte
DZE / DZE-BL / DZE RailwayEdelstahl, Druck-Zugbis ca. 7 Hzabreißsicher, zugbelastbarAufdach-Installationen, Schienenfahrzeuge

Welcher Isotop®-Typ für welche Branche?

In der Klimatechnik sind SD- und MSN-Baureihen meist erste die Wahl, da sie genau auf die Standardaggregate der Branche – Ventilatoren, Kompressoren, Klimageräte – zugeschnitten sind. In der Labortechnik und bei empfindlicher Messtechnik lohnt sich ein Blick auf Isotop® Compact oder MSN-DAMP, da hier sowohl die Isolierwirkung als auch die kompakte Bauform überzeugen. Für den Sondermaschinenbau und die Energietechnik, etwa bei BHKWs, Notstromaggregaten oder Dieselmotoren, ist der DZE mit seiner Zugbelastbarkeit oft die einzige Lösung, die auch unter Windlast zuverlässig hält. Und im Schienenfahrzeugbau kommt praktisch ausschließlich die DZE-Railway-Variante zum Einsatz.

Die richtige Wahl ist immer eine Frage der Gesamtbetrachtung

So hilfreich diese Einordnung ist, am Ende hängt die passende Wahl immer von mehreren Faktoren gleichzeitig ab: der Masse des zu isolierenden Aggregats, der Störfrequenz, dem verfügbaren Bauraum und der Frage, ob horizontale Kräfte oder Zugbelastungen auftreten können. Auch Elastomerlager und klassische Isolatoren aus Gummi und Metall können je nach Anwendung eine sinnvolle Alternative zur Isotop®-Baureihe sein.

Bei der RRG führen wir die gesamte Isotop®-Produktfamilie und beraten Sie gerne dazu, welcher Typ für Ihre konkrete Anwendung die beste Isolierwirkung erzielt. Unser Ingenieur-Support unterstützt Sie dabei, Last, Störfrequenz und Einbausituation korrekt aufeinander abzustimmen.

Die RRG hat am 09.05 & 10.05.2024 geschlossen.

Wir bitten um Ihr Verständnis.